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Lipizzaninchen

Goldenes Vlies

Also, das goldene Vlies ist wirklich berühmt! Und der ehemalige Besitzer war wahrscheinlich ziemlich berüchtigt. Der hieß Chrysomallos und war ein fliegender und sprechender Widder mit goldener Wolle. Von Böotien (liegt heute in Griechenland) rettete er auf jeden Fall einen Königssohn hinüber nach Kolchis (heute Georgien) und wurde dort dem Ares geopfert: Sein goldenes Fell wurde vom dortigen, freundlich gestimmten König aufgehoben und streng von einem Drachen bewacht. Bis Jason, der Schlingel und Weltensegler, kam: Er konnte mit Hilfe der kolchischen Königstochter Medea das Vlies stehlen und nahm es mit.

 

Tatsächlich war Kolchis schon lange für seinen Goldreichtum bekannt und mit Jasons Abenteuern im wahrsten Sinne des Wortes sagenhaft in der Argonautensage verewigt! Aber im realen Leben der damaligen Georgier ging es eher knochenhart zur Sache: Goldwäscherei ist immerhin kein Sesseljob! Das Gold aus kaukasischen Flüssen wurde nämlich in eine richtige Falle gelockt: Ein Schafspelz wurde quer in den Flussstrom gespannt und Goldstaub und Flitter verfing sich nach und nach im Fell. Das wurde dann verbrannt und das Gold blieb übrig. Praktisch, oder? Das müsste doch auch mit meiner prachtvollen Mähne funktionieren, was meint ihr? Ich hänge mich kopfüber in einen georgischen Fluss und warte einfach ein bisschen. Nur eines sag‘ ich euch: Meinen Skalp und mein Fell behalte ich, jawoll! Von wegen verbrennen… Mit meiner dann gülden schimmernden Mähne gehe ich höchstens zum Fasching oder zum Elfen- und Feen-Festival. Das würde passen… (Ich als Elfe, hihi!)

 

Es gab in Georgien aber auch noch andere Abbaumethoden: Den Bergbau. In Sakdrissi befindet sich das älteste Goldbergwerk der Welt! Erstaunlich, oder? Schon seit 3.400 Jahren vor Christus wurde hier Gold gewonnen und ihr müsst ja noch die Zeit nach Christus dazurechnen: Dann sind wir bei insgesamt 5.400 Jahren, meine Herrn! Bis tief in die Erde wurden mit Steinwerkzeug Stollen gegraben – von Hand, klar. Das muss ganz schön mühsam gewesen sein, denn Muttergestein als auch Golderz waren ja wirklich sehr hart. Gut, dass ich als Lipizzaner doch etwas zu groß für solch Unterfangen bin: Ich müsste ja ständig meinen wohlproportionierten Bauch einziehen!

 

Gewieft waren die Bergbauleute damals aber sehr: Nicht nur, dass sie überhaupt herausgefunden hatten, in welchem Berg es Gold gab. Um immer zu wissen, wo die Goldadern verliefen, machten die Kumpel mit Feuer kleine Gesteinsproben lose und schauten nach dem Gold. So wussten sie, ob es noch vorhanden war oder eben nicht mehr: Eine Probe aufs Exempel und ein perfekter Wegweiser!

 

Und dann wurde das Gold verarbeitet – die Georgier konnten es in verschiedenen Schritten von Gestein und anderen Metallen trennen, eine richtige Goldverarbeitungskultur, sage ich euch! Zu edlen Schmuckstücken, filigranen Ornamenten und juwelenbesetzten Diademen: Unvergleichlich und zum Staunen! Ein Augenschmaus!

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