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Lipizzaninchen

Szilvasvarad

Also, eigentlich sind die Franzosen schuld, dass wir Lipizzaner nun auch in Ungarn leben. Zumindest haben sie unsere Ankunft in Ungarn ziemlich beschleunigt. Wenn ich es euch doch sage! 1809 mussten wir zum dritten Mal vor Napoleon gerettet werden und wir wurden zum zweiten Mal Gast in Ungarn, für ganze sechs Jahre. Als Lipizza wieder sicher war und wir zurück durften, blieben ein paar von uns einfach in Ungarn. Das ist jetzt auch nicht wirklich schlimm, es geht uns hier im Bükkgebirge, wo wir seit fast 65 Jahren sind, nämlich sehr gut!

 

Die Umgebung des ehemaligen Jagdschlosses des Markgrafen Pallavicini in Szilvásvárad ist für uns Lipizzaner wirklich wie geschaffen: Kalkstein, karger Pflanzenwuchs, ein Klima wie in Lipizza: Hier haben wir uns sofort wohlgefühlt! Das ist unsere vierte und letzte Unterbringung hier in Ungarn.

 

Bei unserem zweiten langen Aufenthalt 1809 waren wir nämlich in einem riesigen Militärgestüt, Mezöhegyes, ganz im Süden Ungarns. Dort wurden meine zurückbleibenden, nun ungarischen Verwandten erstmal sesshaft. 1874 wurde für uns dann extra ein neues Gestüt gegründet, das müsst ihr euch vorstellen, nämlich in Fogaras. Das lag und liegt auch heute noch in Siebenbürgen, war damals Ungarn und ist jetzt Rumänien. Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer: In dieser Gegend waren 1912 schon Unruhen im Vielvölkerstaat des Kaiserreiches, die dann ja zwei Jahre später wirklich im Ersten Weltkrieg gipfelten. Deswegen wurden wir von Fogaras wieder weggebracht, nach Bábolna, 712 km Strecke! Bábolna ist immer noch quasi bekannt wie ein bunter Hund für seine tollen Araber. Aber wusstet ihr, dass der Anfang dieses prachtvollen Gestütes eine riesige Rindermastanlage war? Auf jeden Fall fühlten wir uns dort im Nordwesten Ungarns aber nicht so recht wohl und da kam einer auf die Idee mit dem Jagdschloss! So, und da sind wir nun!

 

Meine ungarischen Verwandten sind übrigens sehr bewandert im Fahrsport. Klar, die Kutsche, also die bequeme Reise- und nun auch Turniersportvariante des Pferdewagens, wurde ja auch in Ungarn erfunden! Im kleinen Dorf Kocs wurde im 15. Jahrhundert die Federung des Wagens wieder ausgetüftelt: Die Römer hatten diese Technik auch schon, aber das wusste bis dahin keiner mehr. Niemand! Und so wurden die Ungarn zu den Erfindern der modernen Kutsche! Also liegt den Ungarn und uns Lipizzanern das Fahren im Blut!

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