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Lipizzaninchen

Wollschwein

Ungarn hat Schwein! Viel Schwein. Viele, viele Wollschweine... Da denkt ihr: „Ob's denn so etwas überhaupt gibt?“, gell? Welches Schwein hat schon Locken?! Borsten, ja, aber Locken?

 

Nun, tatsächlich haben wir wirklich großes Glück, dass es Wollschweine, oder Mangalicas, wie sie eigentlich heißen, mit ihren kringeligen Borsten heute noch gibt (Ihr seht, es gibt sie also wirklich!). Dabei war es schnell „DAS“ Schwein schlechthin seit seiner züchterischen Entstehung Anfang des 19. Jahrhunderts. In rot, blond und schwarz mit hellem Bauch wurde es zum Verkaufsrenner und machte sich auf in die verschiedensten Länder. Das Fleisch von den Tieren war heiß geliebt, brachte es doch genau das auf den Teller, was die Menschen wegen ihrer harten körperlichen Arbeit brauchten: Viel Speck und aromatisches Fleisch, das wirklich gut schmeckte und genügend Energie für den nächsten Tag lieferte. Dabei war das Wollschwein ziemlich winterhart und konnte mit den bitterkalten Wintern in der ungarischen Tiefebene gut umgehen: Die Speckschicht isolierte gut und die krausen Locken waren im Winter noch viel dichter!

 

Ein bisschen rund und gedrungen sind sie ja schon, aber täuscht euch nicht: Die Mangalicas haben einen unglaublichen Bewegungsdrang und werden sogar als Laufschweine bezeichnet! Nein, nicht Rollschweine... Flink sind sie, das sag ich euch! Und laufen mussten sie damals können, denn hauptsächlich geschlachtet wurde damals schon in den großen Städten – die Stadtmenschen wollten schließlich auch was zum Essen! Da waren dann für Hirte und Schwein oft längere Tagesmärsche angesagt, manchmal sogar wochenlange. Stellt euch das mal vor: Ein Tagesmarsch zu Fuß kann so um die 20 km lang sein, je nach Gelände, Schwierigkeiten und Weg. Unglaublich, oder? Ob das die Schweine auch geschafft haben?

 

Irgendwann im 20. Jahrhundert, kaum 100 Jahre später, wollten die Menschen aber dann nicht mehr so fettes Fleisch essen und die Mangalicas starben fast aus. 200 Vertreter von Mangalicas sind wirklich wenig! Und das, obwohl sie von Johann Strauß Ende des 19. Jahrhunderts noch eine absolute Ehrung in seiner Operette „Der Zigeunerbaron“ bekommen haben und dort verewigt wurden!

 

So kann es gehen... Aber zum Glück wurden sie im letzten Moment für die Nachwelt bewahrt und sind nun ein lebendes Monument aus alten Zeiten. Schwein gehabt!

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