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Lipizzaninchen

China

China

Stellt euch vor: Es ist morgens und immer noch dunkel, aber das Morgengrauen beginnt gerade eben. Gut, das kann passieren. Aber dann schaut ihr auf eure Uhr und seht: Es ist schon 9 Uhr am Vormittag! Ach herrje, würden wir jetzt alle denken: Die Uhr geht nicht richtig, es ist Winter oder es muss ein ganz trüber Tag sein. Aber alles falsch: Die Uhr geht richtig, es ist Sommer und eigentlich verspricht das Morgenrot einen ganz tollen Tag. Tja, das kann euch nur passieren, wenn ihr in China lebt. Genauer im äußersten Westen des Landes. Hier geht die Sonne nämlich ganze drei Stunden später auf als in Peking, das ziemlich im Osten des Landes liegt. Aber die Zeit, die sich in Peking nach dem Sonnenstand richtet, gilt für das ganze Land!

Und das ist ziemlich groß. Von Osten nach Westen ist China nämlich rund 4.200 km lang und von Norden nach Süden immerhin 4.500 km breit. Damit ist China das viertgrößte Land unserer Erde! Durch dieses riesige Land ziehen sich eigentlich fünf Zeitzonen. Wenn die Sonne aufgeht, brauchen ihre Sonnenstrahlen von Anfang bis Ende einer Zeitzone genau eine Stunde, dann beginnt die nächste.


Ich stelle mir das immer als Apfelsinenspalte vor: Die spitzen Hörnchen der Orangenspalte nehme ich oben und unten zwischen meine Hufe – Ihr habt es da ein bisschen einfacher mit euren Fingern, das muss ich sagen! Den dicken Bauch schaue ich an. Dann geht die Sonne von rechts (das ist der Osten) nach links (das ist der Westen) auf. Zuerst sind die Sonnenstrahlen rechts zu sehen und ein bisschen später links. Weil die Erde ja nun wirklich viel größer ist als eine Orange, dauert das Ganze auch genau eine Stunde. Und China hat fünf solcher Apfelsinenspalten. Toll, oder?


Ich muss sagen, ich finde die Einheitszeit als mitteleuropäischer Lipizzaner aber ganz schön schwierig: Ich bin es ja gewohnt, dass es Mittag um zwölf Uhr ist, Morgen- und Abendzeit sind auch ziemlich festgelegt. Dafür gibt es ja bei uns die Sonne! Und wenn ich eine weite Reise unternehme, stelle ich meine Uhr darauf ein, jawoll! In China müsste ich dann nur meine innere umstellen: Als Lipizzaner bin ich ja sehr erdverbunden, da klappt das: Meinen Hafer gibt’s nach meinem Hunger, das Gras als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit. Und Armband- oder vielmehr Beinbanduhren für Lipizzaner, also ich weiß nicht... Schick wäre das nicht, oder?! Die Chinesen haben das Problem übrigens auch gelöst und die Arbeitszeiten ein bisschen nach dem Sonnenstand angepasst: Ist ja auch wahr – ich würde auch lieber zur Morgendämmerung meinen Frühstückshafer friedlich kauen, auch wenn es dann schon Halbzwölf nach der Uhr wäre.

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