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Lipizzaninchen

Licitar

Licitar

Weihnachten! Weihnachten in Kroatien! Hmmm! Stellt euch vor: Mitten auf dem Marktplatz steht ein wirklich riesiger Weihnachtsbaum, wundervoll dekoriert – und zwar mit roten, reich verzierten Herzen. Lebkuchenherzen! Hmmm! Ihr wisst, was ich meine, oder? Das sind die berühmten Licitar: Lebkuchen als Herzen, Vögel, Pferdchen und was weiß ich noch alles: Die verschiedensten Formen können sie haben. Einfach ein Augenschmaus! Und Gaumenschmaus, aber pssst!

 

Meint ihr, ich als altehrwürdiger Lipizzanernachfahre könnte mich auch in der Kunst des Licitar-Backens und -Schmückens versuchen? Immerhin ist die Tradition so ähnlich alt wie meine eigene Geschichte: Die Anfänge der Licitar-Backkunst sind nämlich auch im 16. und 17. Jahrhundert zu finden. Mönche (wie so oft!) buken die wohl ersten Lebkuchen. Von den Klöstern wurde die Kunst von den weltlichen Bürgern übernommen und irgendwann kam sie dann auch ins nördliche Kroatien. Dort wurde sie zum richtigen Kunsthandwerk, dessen geheime Gewürzmischungen und Zubereitungsarten in einer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurden, bis heute! Die Licitar-Künstler waren hoch angesehen, verkauften aber neben den Lebkuchen auch Honig, Bienenwachs, Kerzen und Met: Ohne Bienen und Honig ging eben mal gar nix!

 

Ohne Rot aber auch nicht: Die Grundfarbe war meist eine knallrote, aber essbare Glasur. In die werden die Lebkuchen auch heute noch getunkt, bis alles rot ist: Kein Loch kann mehr im Überzug gefunden werden! Klingt bis dahin noch gar nicht so schwierig, oder? Ich könnte mir zum Beispiel an den einen Huf ganz viele Schnüre mit Lebkuchen binden: Synchrontauchen für Lebkuchen! Hihi! Außerdem ist das eine ganz gute Arbeit für uns gemütliche Lipizzaner: Bis der rote Keks dann verziert werden darf, müssen gute vier Wochen vergehen, fast nur zur Trocknung!

 

Die roten Kuchen werden dann mit vielen, zierlichen und vor allem farbenfrohen Ornamenten geschmückt. Wenn der ganze Lebkuchen nicht dekoriert wird, kann aber auch in der Mitte eine Art weißer Spiegel aufgetragen werden: Für die persönliche Nachricht des Überbringers und in meinem Fall den perfekten Hufabdruck! Ist euch schon einmal eine so nette Botschaft überbracht worden? Mir nämlich nicht! Ihr müsst aber wissen: Ein rotes Licitar-Herz trägt mehr Gefühl in sich als ein Strauß roter Rosen.

 

Ganz klar haben Licitar-Herzen eine lange Tradition rund um den Marienschrein bei Marija Bistrica nahe Zagreb inne: Hier wurden und werden sie bis heute an die müden Pilger verkauft – als Souvenir, Mitbringsel für die Daheimgebliebenen oder auch einfach als untrüglicher Beweis, dass die lange Pilgerstrapaze bis zum Ende durchgehalten wurde. Sie sind aber nicht nur eine Liebesbekundung oder ein Souvenir: Ihr könnt sie als Freundschaftsbeweis, auf Hochzeiten und auch als Zeichen der Gastfreundschaft verschenken und macht jedem damit eine Freude!

 

Übrigens: In Zagreb zur Weihnachtszeit findet ihr genau diesen Weihnachtsbaum, dekoriert mit Tausenden von Licitar-Herzen, auf einem der wohl schönsten Weihnachtsmärkte der Welt! Aber nicht naschen und an der Weihnachtsdekoration knabbern, denn irgendwann fällt es auf...

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