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Lipizzaninchen

Hirten

Öha! Mit donnernden Hufen und wehender Mähne galoppieren sie über das weite Land, die Erde bebt! Puuh! Sogar als beherrschter Lipizzaner muss ich mich richtig zusammenreißen, um nicht die Hufe in die Hand zu nehmen und mit Gewieher und Gejohle mitzulaufen! Fünf Pferde insgesamt, drei vorne in Reihe, zwei hinten. Auf den hinteren steht wie angeklebt ein Mann, die Peitsche schwingend und alle Zügel in der Hand! Mensch, mir wird ganz schwindelig! Ob ich je so schnell laufen könnte?!

 

Diese rasende Akrobatik heißt Ungarische Post und ist nur echt, wenn der Mensch auf den Hinterteilen der Pferde steht und nicht etwa auf dem Rücken. Die ungarischen Hirten, und ganz besonders die, die die Pferde in der weiten und platten Puszta hüteten, waren mächtig stolz auf ihr Können! Dabei trauten sie sich erst gar nicht, die Ungarische Post nachzumachen, die der weltberühmte österreichische Maler Ludwig Koch auf einem Gemälde festgehalten hatte: Irgendwie war diese alte, halsbrecherische Tradition verschütt gegangen, bis ein ganz mutiger Hirte alles auf eine Karte bzw. wieder zwei Kruppen gesetzt hatte und über die Puszta fegte…

 

Übrigens mussten die Pferde der Pferdehirten nicht nur schnell laufen können. Auch eine stoische Ruhe gegenüber dem lauten Knallen der Peitsche war von äußerster Wichtigkeit. Genauso, wie das Umfallen. Jawoll, ihr lest richtig! Denn in der wirklich flachen Ungarischen Tiefebene ist ja ein stehendes Pferd ein ziemlich leichtes Ziel, oder? Also wurde gelernt, umzufallen und liegenzubleiben!

 

Natürlich gab es in der Puszta nicht nur Pferde und rasende Pferdehirten: Auch Rinder-, Schaf-, Ziegen-, Schweine- und sogar Gänsehirten passten in der weiten Landschaft auf unzählige Tiergruppen auf. Die wilden und halbwilden Herden wurden den Hirten von den Bauern anvertraut, entweder zum Aufpassen und Weiden oder sogar, um die Tiere kilometerweit zu treiben: Zur nächsten Weide, zum Käufer, vor Gefahren in Sicherheit und wohin noch überall! Unter den Hirtenberufen gab es aber schon Unterschiede: Wollte man zu Ruhm, Ehre und Anerkennung kommen, wurde man Rinder- oder Pferdehirte. Als Schafhirte verdiente man dafür mehr, man durfte nämlich sich einen Teil von Wolle und Milch abzweigen und selbst verkaufen. Die Schweinehirten waren die Ärmsten: Sie hatten weder Geld, noch ein gutes Image… „Augen auf bei der Berufswahl!“, sage ich da nur!

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