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Lipizzaninchen

Ampel

Ampel

Oha! Arm- und hufwedelnd auf einer Verkehrsinsel mitten im Getümmel von Pferdedroschken, Fuhrwerken und gezogenen Omnibussen. Dazwischen fast todesmutige Fußgänger, die sich von einer Seite auf die andere durch den aggressiven Verkehr schlagen möchten und ein Polizist, der die Situation zu meistern versucht: Puuh! Das wäre kein Job für mich gewesen. So war das aber genau vor 150 Jahren am Parliament Square in London: Ein guter Grund für die Erfindung der ersten Ampel überhaupt!

 

Sehr ruhmreich war sie allerdings nicht, die Einführung dieser ersten Ampel im Jahre 1868. Sie verabschiedete sich mit einem lauten Knall, schon kurz nachdem sie ihre Dienste aufgenommen hatte. Die Krux an der Konstruktion war nämlich, dass sie mit Gas betrieben wurde, um die Farben leuchten zu lassen. Und so explodierte sie einfach eines Tages beim Löschen des Lichtes. Das war das einstweilige Ende der gerade begonnen Ampel-Ära. Ja, so ein Mist, oder? Die Idee war ja wirklich brillant! Nur leider ein bisschen eigenwillig und gefährlich. Stellt euch nur vor, sie würde mit Getöse neben den zarten Öhrchen eines Pferdes oder gar Lipizzaners in Rauch aufgehen! Sehr stand- und huffest wäre ich, glaube ich, bei dem Explosions-Donnerschlag nicht gewesen, hätte ich dort die Ampelschaltung übernommen... (Die war tatsächlich immer noch per Hand nötig, aber durch das Licht viel weiter sichtbar.)

 

Erst knapp ein halbes Jahrhundert später wurde 1914 in den USA in Cleveland (Ohio) die Ampel-Idee wieder aufgenommen. Dieses Mal aber war schon die Elektrizität erfunden und mit an Bord, so dass das Ganze etwas ungefährlicher wurde. Installation und Einführung klappten, die jetzigen Autofahrer richteten sich prima nach den Lichtern (Rot für "Halt" und Grün für "Los".) und schon bald gab es immer mehr Ampeln. Übrigens immer noch zweifarbig: Rot grundsätzlich oben, grün immer an unterer Stelle. Erst ein bisschen später wurde die Zwischenfarbe Orange eingeführt: Orange gleich "Achtung!" oder "Aufgepasst!", oha!

 

Übrigens sind überall auf der Welt die Fußgängerampeln als heimliche Farbkleckse und heimliche Botschafter in den Städten verteilt: Gut getarnt als wichtiges Verkehrssignal zeigen sie nämlich manchmal künstlerische Männlein und Weiblein, weisen auf Kultur und wichtige Sehenswürdigkeiten hin oder sehen einfach nur nett aus: Fräuleins mit Zöpfen, die rheinland-pfälzischen Mainzelmännchen, ausgestattet mit Hut und Schirm oder Figuren aus der Augsburger Puppenkiste, zum Beispiel. Kleine Hinweise, ganz im Verborgenen, die ihr eher zufällig beim Stadtbummel seht. Also aufgepasst, im doppelten Sinne! So könnte ich mir auch eine Lipizzaninchen-Ampel in Wien vorstellen: Zum Hinübergeleiten meiner Onkels, den Herren Lipizzanern, von ihren Stallungen zur Spanischen Hofreitschule und wieder zurück. Das würde doch passen, hihi!

 

 

So wie der berühmte Ampel-Baum in London: Genau 130 Jahre nach dem Ampel-Fiasko wurde dort eine Skulptur mit vielen Ästen und Zweigen aufgestellt, an deren Enden dicht besetzt seitdem nun Ampeln leuchten. Aber ehrlich, er ist als Attraktion bestimmt toll, aber nur nicht auf eine Kreuzung stellen: Das würde zu Chaos führen! Uiuiui!

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